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Es waren einmal zwei Schwestern. Die eine war reich und die andere arm. Die arme
Schwester war schwanger. Eines Tages bat sie ihren Mann um Reis mit Kirschen.
Der Mann sagte, er habe kein Geld und bewegte sie, zu ihrer Schwester zu gehen.
Ai Maidan, Tai e Maidan, Khare Maghelan, Tschek, Tschek Gondjeschkan, darazi
Karbas, kotaie Sokhan. (Sie machte sich auf den Weg, überquerte die
Wüste, überwand die Schlehdorn von der Maghelan-Wüste, hörte das
Gezwitscher von Spatzen. Langer Sinn, kurzer Rede. Endlich kam sie im Hause der Schwester an.
Nach der Begrüßung eröffnete sie ihren Wunsch bei der Schwester. Die
Schwester sagte zu ihr, dass sie ihr sofort Reis mit Kirschen koche. Die arme
Schwester wartete stundenlang vergeblich auf das Essen. Schließlich ging sie in
das andere Zimmer. Hier sah sie, dass die Esstafel bereits voll von Reis und
Kirschen war und die ganze Familie am Essen war.
Verärgert und enttäuscht verließ sie das Haus der Schwester, um nach Hause
zu gehen. Unterwegs war sie müde, fror vor lauter Kälte und ihre
Wehen fingen an. Da sah sie ein Dampfbad. Sie klopfte an die Tür und fragte den
Besitzer, ob sie sich dort erwärmen konnte. Im Dampfbad brachte sie eine
Tochter zur Welt. Mutter und Kind schliefen ein.
Die fünf Schwester des Schah Bol Schah e Pari traten in das Dampfbad ein. Da
sahen sie die Mutter mit ihrem neu geborenen Kind. Die erstgeborene Prinzessin
fragte ihre Schwestern, was sie dem neugeborenen Mädchen schenken. Die zweite
Prinzessin sagte: "Ich gebe ihr Schönheit". Die dritte Prinzessin
schenkte ihr eine Fähigkeit, dass ihre Tränen sich zu Perlen
verwandelten, wenn sie weint. Die vierte Prinzessin rief: "Wenn sie
lacht, soll aus ihrem Mund Blumen sprühen". Die fünfte bemerkte: "Aus
ihrem Fußstapfen möge Gold kommen."
Die Prinzessinnen zauberten eine goldene Wiege her und bekleideten das Kind
und verließen das Bad. Als die Mutter aufwachte, war sie überwältigt von
der Pracht des Gewandes. Das Bad leuchte von den edlen Steinen der Wiege.
Nachdem sie sich einigermaßen erholte, gab sie einem Boten ein Goldstück, um ihren
Mann zu benachrichtigen. Der Mann kam und nahm seine Frau und das Kind mit nach
Hause.
Es verging einige Zeit. Das Ehepaar wurde sehr reich. Als die reiche Schwester
hörte, war sie sehr neidisch. Die reiche Schwester besuchte ihre ehemalige arme
Schwester und lud ihre Nichte zu sich ein. Unterwegs sammelte sie nach jedem
Schritt Goldstücke. Das Kind war müde und weinte und sie sammelte die Perlen.
Unterwegs war das Mädchen hungrig. Die Tante gab ihr gesalzenes Brot. Darauf
wurde sie durstig. Sie bat die Tante um Wasser. Die Tante stellte als Bedingung,
dass sie ihr Auge schenkt. Nach einer Weile bekam das Mädchen wieder Hunger.
Nach dem
Brotessen hatte sie Durst. Nachdem sie das andere Auge gegeben hatte, bekam sie
Wasser, um ihren Durst zu löschen. Inzwischen ist die Tante sehr reich
geworden. Die Tante ging und ließ das Mädchen unter einem Baum stehen.
Eine Schreiner ging vorbei. Er fragte das Mädchen, was los sei. Sie bat den
Schreiner um Hilfe. Sie verbrachte eine Zeitlang bei dem Schreiner. Eines Tages
ging sie mit einem Blumenstrauß zum Schloss des Prinzen und rief: "Blumen gegen
Auge." Ihre Tante nahm den Strauß und gab dem Mädchen das Auge.
Am nächsten Tag ging das Mädchen erneut zum Schloss des Prinzen und rief:
"Blumenstrauß gegen das Auge." Ihre Tante nahm den Blumenstrauß und gab ihr das
zweite Auge. Sie konnte wieder sehen. Sie ging zum Pflegevater und bat ihn, ihr
ein Holzformchen zu basteln, das von innen schließbar ist.
Der Schreiner erfüllte den Wunsch seiner Pflegetochter. Sie versteckte sich
in das hölzerne Formchen und ging zum Schloss des Prinzen, um dort als Dienerin
für die Prinzessin zu
arbeiten.
Die Prinzessin wollte baden. Sie wies das hölzerne Formchen an, ihre
Badesachen einzupacken. Sie packte aber den Kamm nicht ein. Im Dampfbad konnte
sich die Prinzessin nicht kämmen. Im Hause schlug sie das Formchen mit dem Kamm
als Strafe.
Am nächsten Tag beim Baden bemerkte die Prinzessin, dass das Formchen ihr
keine Seife bereitgestellt hatte. Sie ärgerte sich und wollte sie zuhause
bestrafen. Doch da sah sie ein wunderschönes Mädchen, jenes Mädchen, das sich
aus dem Formchen befreite und vor der Prinzessin im Bad stand. Die Prinzessin
dachte, dass sie eine Frau für ihren Bruder abgebe. Sie fragte das unbekannte
Mädchen. Wo wohnst du? Sie antwortete, dass sie in der Kammgasse wohnt. Nach dem
Gespräch ging die Prinzessin in ihr Gemach und schlug das Formchen
mit einer Seife.
Am nächsten Tag wiederholte sich die Szene. Hier vermisste die Prinzessin
ihre Badeschlappe. Da fragte sie wieder das hübsche Mädchen, wo es wohne. Ich
wohne in der Seifengasse. Im Schloss erzählte die Prinzessin ihrem Bruder von
den wiederholten Missgeschicken des hölzernen Formchen. Der Prinz ließ das
Formchen zu sich rufen und fragte, wer es ist. Wenn es nicht aus dem Formchen
aussteigt, wird er das Formchen mit Axt zersplittern. Als das Mädchen aus dem
Formchen raus kam, sah er das hübsche Mädchen. Es erzählte ihre Geschichte.
Danach bat der Prinz um ihre Hand.
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