Ustad
Mashal, Fackel der Behzad`schen Miniatur zum Todestag
Am
7. Februar jährt sich der Todestag eines der bedeutendesten Künstlers
des 20. Jahrhunderts in Afghanistan.
Ustad
Mohammad Sayed, genannt „Mashal“ („Fackel“), ist Zeitgenosse
von Abdul Ghafor Breshna und Ustad Kohzad. Ustad Mashal war 1917 in
der Stadt von Nili in der Stadt von Ghor geboren; jedoch lebte er
den größten Teil seines Lebens in Herat.
Mashal
verkörpert die multiethnische Symbiose der afghanischen
Gesellschaftsstruktur. Väterlicherseits kommt er aus Ghor, während
mütterlicherseits Barekzai aus dem Stamme Durani, gesprochen
Durrani, sei. Sein Großvater wirkte im 19. Jahrhundert im Logar-Tal,
in einer musikalisch blühenden Stadt, in der die Tanzmusik
besonders schön erklingt, wenn diese vom Ustad Durai Logari
gespielt wurde.
Künstlerisch
vertritt Ustad Mashal die Schule der Miniaturkunst von dem in der
Stadt Herat geborenen Gelehrten und Maler Behzad des 15.
Jahrhunderts (Ustad Kamaluddin Behzad, gestorben um 1535).
Ustad
Mashal war nicht nur der Verfolger der „Behzadi Tradition“,
sondern auch trug er zur Wiederbelebung und Entwicklung der
Bezadischen Miniaturkunst in Afghanistan bei. Sein Hauptverdienst
war die Einführung praktisch anwendbarer Formen, Farben und Figuren
innerhalb der Malerei. Während seiner Lebzeit hatte Mashal viele
Studenten und Lehrlinge, die seine Methoden der Miniatur mit feinen
Strukturen und Mustern weiter fortsetzen.
Ustad
Mashal war auch ein bewunderter Schriftsteller, jedoch ist seine
Miniaturkunst in Afghanistan und über die afghanischen Grenze
bekannt. Als Dichter schrieb er Prosa, Kassidas und Vierzeiler. Er fügte
in seiner Schreibkunst Persiflagen hinzu.
Die
australische Zeitung „Sydney
Morning Herald“
machte auf die Zerstörung
seiner letzten großen Werke in Herat aufmerksam. Der
Dokumentarschriftsteller Baker hat in seinem Artikel nachgewiesen,
dass seine Gemälden und vier seiner Pferdestatuen in Basar von
Herat enthauptet worden waren, weil sie als „Götzen“ betrachtet
wurden, als Taliban die Stadt einnahmen.
Die
Große Halle von Herat, „Zarnagaar“, malte Mashal und seinen
Studenten, aber auch dieses Meisterwerk wie viele andere seine Gemälden
und Skulpturen haben die Taliban zerstört. Wegen seines hohen
Alters besaß Ustad Mashal nicht mehr die Kraft, diese hervorragende
Stätte der afghanischen Kultur nachzuzeichnen. Leider sind viele
diese Kulturstätte auch vor Taliban zerstört worden, u.a. die
Vier-Dächer-Barzar von Kabul.
Afghanistan
hat am 7. Februar 1998 einen seinen herausragenden Miniaturkünstler
verloren. Eine Sammlung seiner Kunst wird in Kanada bald veröffentlicht.
Nach
der Entmachtung des Taliban-Regimes haben Schüler von Mashal rasch
die vier seiner Pferdeskulpturen in Bazar von Herat zu Ehren ihres
Meisters wiederhergestellt.
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