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In den 60er Jahren stieg die Anzahl der
Schülerinnen in Afghanistan und speziell in Kabul rapide an.
Die bestehenden Mädchenschulen, z. B. die nach der Mutter von Ahmad Schah
Baba "Zarghona" und die nach der legendären Dichterin
Malalei benannten Mädchenschulen und viele andere Schulen und die Mosessa
(Mädchenfachschule) konnten den rasanten
Bedarf an schulischer Bildung für Mädchen nicht mehr decken, da auch die Frauen in Afghanistan von der Demokratisierung
profitierten. Insgesamt konnte Anfang der 60er Jahre knapp eine
halbe Mio. Schüler - davon ca. 100 000 Mädchen - landesweit eine
Schule besuchen. Die in den 20er Jahren von Amanullah Khan
gegründeten Schulen wie Amani, Amania (Das heutige Esteqlal-Gymnasium)
und Aman-Mädchenschule wurden nach seinem Sturz
geschlossen. Danach wurde in der "Malalai" (ehm.
Aman-Mädchenschule) seit den 30er Jahren
Deutsch unterrichtet. Die erste Deutschlehrerin an dieser Schule war
damals Frau Marguerite Breshna.
Die Gebäude des Altstadtteils, die um den heutigen Zarnega-Park nördlich gegenüber
des französischen Esteqlal-Gymnasiums
und südlich des ehem. Habiba Lycées standen, mussten
abgerissen werden. Hier in der Altstadt befanden sich die meisten Mädchenschulen, die dann
in verschiedene Stadtteile von Kabul verlegt wurden. Sie
erhielten entweder Neubauten oder die alten Schulen der Jungen. So
sind die Schülerinnen mit deutschsprachigem Unterricht in die Aisha
e Durani umgeschult worden.
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Die Schüler des Habiba-Gymnasiums konnten
seit der Mitte der 60er Jahre in ihr neues Schulgebäude an
der Darulaman-Allee umziehen. Die Schülerinnen von Aisha e Durani
bekamen das traditionsreichste, älteste und erste Schulgebäude des Landes, das
der Vater des König Amanullah 1904 errichtet hatte. In den Jahren
des Kriegs war es eine Ruine. |
Während des Widerstands und Befreiungskampfs haben afghanische
Lehrerinnen den Unterricht im Ausland in Exilschulen u.a. unter
den alten Namen aufrecht erhalten, denn die Taliban hatten die
Mädchenschulen, darunter auch die Aisha e Durani geschlossen.
Nach dem Sturz des Taliban-Regimes haben sich die Regierung und
die Bevölkerung Afghanistans erfreulicherweise als erste für den
Wiederaufbau des Schulwesens interessiert. Deshalb ist das
Wiederaufbaukonzept der Übergangsregierung als erstes Konzept von
dem Erziehungsminister, Herrn Qanuni, vorgestellt worden.
Auch die Bundesrepublik und die deutsche Bevölkerung gehörten zu
den ersten Staaten und Völkern, die sich für den Wiederaufbau der
Schulen interessierten und auch finanziell, technisch und
konzeptionell für die rasche
Wiederherstellung der Schulen sorgten. Die beiden Schulen, Amani Oberrealschule für
Jungen und Aisha e Durani-Gymnasium für Mädchen, sind
Beispiele für die lange und gute Freundschaft zwischen Deutschland
und Afghanistan. Während die Baumaßnahmen in der
Amani-Oberrealschule fast abgeschlossen sind, gehen die
Renovierungsarbeiten in der Aisha e Durani noch weiter.
In der Schule werden z. Z. knapp 1500 Schülerinnen, in der Primarstufe ca. 300 Jungen, unterrichtet und zwar in zwei
Schichten.
Prominenteste ehemalige Schülerin ist Frau Habiba Sorabi, die
derzeitige Frauenministerin, die dort von 1970-1976 zur Schule
ging. Frau Paschtun Modaber ist die Rektorin der Schule:
| Herr Fahim (1. v. l.) ist der Rektor der
Amani-Oberrealschule |
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Frau Paschtun Modaber (2. v. r.) ist die Rektorin
des Durani-Mädchengymnasiums |
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Koordinator der beiden Schulen
Volker Bausch (sitzend)
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