Zum Vierten Jahrestag der Zerstörung der Buddha-Statuen in Bamiyan

afghan-aid
Die Zerstörung der Kunstgegenstände hat seit der offiziellen Namensgebung "Afghanistan" im Jahre 1801 wegen der Intoleranz, des Fanatismus  und Totalitarismus seiner Herrscher Tradition. Die Kunstwerke der Kuschanen u.a. die größten stehenden Buddha-Statuen der Welt, entstanden und standen in den traditionell von Hazara bewohnten Gebieten, und die Zehntausende von Kunstgegenständen des Kabuler Museums tragen die Gesichtszüge der Hazara.

Amir Abdul Rahman Khan (1880-1901), Amir ul Mominin ("König von Gläubigen"),  ließ im Jahre 1892 im Rahmen seines Feldzuges gegen religiöse Minderheiten (z.B. in Nuristan und Hazarajat) auf die Beine und die Geschlechtsorgane der Buddha-Statuen mit seinen Kanonen schießen, um diese Monumente der kuschano-sassaniden Kunst zum Einsturz zu bringen. 

Was die britischen Kanonen von Amir Abdul Rahman nicht schafften, schaffte ein anderer Herrscher seiner Zunft, Mullah Omar, Amir ul Mominin (Führer der Gläubigen) ungefähr ein Jahrhundert später.  Die von den  USA unterstützten und von Pakistan und den arabischen Emiraten anerkannten Taliban begannen am 9.03.2001 mit Sprengstoff,  Waffen und Kanonen die ca. 1600 Jahre alten Kunstwerke zu stürzen.

Nach zwei Tagen permanenten Beschusses sprengten die Taliban schließlich die Skulpturen am 11.03.2001. Der Aktion ist ein Beschluss von Mullah Omer, Führer der Taliban und Schwiegervater von Osama Bin Laden, vorangegangen. Am 26.02.2001 erließ Mullah Omer ein religiöses Edikt, ein sog. religiöses Gutachten, wonach die Buddha-Statuen vollständig zu vernichten seien.

Durch die Sprengung  der Buddha-Statuen  konnte die Weltöffentlichkeit das Ausmaß der Zerstörungspolitik der Taliban, ihre Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ihre Morde an Andersdenkenden, ihre Genozide an religiösen und ethnischen Minderheiten,  ihre Barbareien gegen Frauen und ihre kultur-, kunst- und musikfeindliche Handlung mit allem Nachdruck nachvollziehend verurteilen.

Weitere Informationen über Buddha-Statuen:

 

Die Zahlensymbolik der Buddha-Statuen 

Die 1000-Fuß große Buddha-Statue

Buddha und Frauen

 

در ثنای پیکر های عظیم بامیان
بهار سعيد
Ein Gedicht von der Dichterin Bahar Sayed Elan zum Jahrestag der Zerstörung der Buddha-Statuen

 

شیونی انداختی ، پهنای هفت اورنگ را

آه گرسنه کم نبود ؟ آه برهنه بس نبود ؟

د ست بر یده بس نبود ؟ آخر ، جوان لنگ را ؟

خون شهیدان بس نیود ؟ مرگ عزیزان بس نبود ؟ 

در خا ک و خون ا فگنده ای ، تاریخ را فرهنگ را

تا ریخ را فرهنگ را !

 میراث بی ما نند را ، کین گونه آ تش می زنی

با کو د کا ن بگرفته ای یا با نیا کان جنگ را

 کی ا شک افسوس بشر جوید د گر ، شو ید د گر

از دامن تا ریخ تو ، این  لکه های  ننگ را

د ست بریده بس  نبود ؟ آ خر جو ا ن لنگ را ؟

با کو د کا ن بگر فته ای یا  با  نیا کان جنگ را ؟

  در خا ک و خون افگنده ای تا ریخ را فرهنگ را

تا ریخ را فرهنگ را

 

Ihr habt zur Trauerklage genug Anlaß gegeben

Im Gebiet von Sieben Bildnissen

Gab es zu wenig Schreie von Hungrigen?

Gab es zu wenig Klage der Besitzlosen?

Habt Ihr zu wenig Menschen die Hand abgehakt?

Und die Heranwachsenden zu Lahmen gemacht

War zu wenig Blut vergossen und gab es zu wenig Märtyrer?

Gab es zu wenig Geliebte, die Ihr tötet?

Nun habt ihr die Geschichte angegriffen, die Kultur zerstört.

Auf das beispiellose Erbe habt Ihr hassvoll Feuer eröffnet.

Gegen wen kämpft Ihr, gegen Ahnen oder gegen ihre Kinder ?

Wer sucht nach den Tränen der Menschheit und sammelt sie, damit dieser schmutzige Fleck, diese Schandtat gewaschen wird?

 

 

 

Chronik einer Untat

26.2.2001

Der oberste Taliban-Führer, Mullah Mohammed Omar, ordnet die Zerstörung der 1500 Jahre alten, 36 und 53 Meter hohen Buddha-Statuen im Bamian-Tal/Afghanistan an. Sie gehören zu den geschützten Denkmälern des Weltkulturerbes der UNESCO."

http://www.dhm.de/lemo/html/2001/

Bild vor während und nach der Sprengung: http://zeus.zeit.de/bilder/2003/18/wissen/zerstoerung_300.jpg

27.02.2001

Zemarialy Tarzi, Chefarchäologe Afghanistans bezeichnete diesen Beschluss der Taliban als  "inakzeptabel".

Proteste der Weltgemeinschaft und Presseerklärung von UNO-Chef Kofi Annan können Taliban nicht von ihrem barbarischen Vorhaben abbringen.

Selbst der Ex-König Muhammad Zaher Shah (1933-1973) bezeichnete aus seinem römischen Exil die "Fatwa" der Taliban  als "gegen die nationalen und historischen Interessen des afghanischen Volkes".

Anfang März 2001:

Intervention des UN-Generalsekretärs Kofi Annan bei General Pervez Musharraf und Taleban-Außenminister Wakil Ahmad Mutawakkil fruchtete ebenfalls nicht.

 

5.3.2001

"Die herrschende radikal-islamische Talibanmiliz beginnt trotz internationaler Proteste mit der Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamian, die zum Weltkulturerbe gezählt werden. Der Führer der Taliban, Mullah Mohammed Omar, weist am 5.3. die Kritik aus dem Ausland zurück und bezeichnet die Zerstörung der Statuen als eine Ehrung des Islams."

http://www.blaetter-online.de/chronik.php?show=2001

 

9.3.2001

Eröffnung von Feuer auf Buddha-Statuen von Bamiyan

10.03.2001

Permanenter Beschuß von Kannonen und Mörsern

11.03.2001

Taliban sprengten schließlich mit mehreren Tonnen Sprengstoff die größten stehenden Buddha-Statuen.

siehe auch

Der Tod der Buddhas

Genese und Hintergründe der Zerstörung "unislamischer" Statuen durch die Taleban

Text und Fotos: Jan Heller, Kabul/Karatschi in: http://www.epo.de/specials/afghanistan/afghanistan-bamian.html

 

Der Außenminister von Taliban Wakil Ahmad Muttawakil, mit dem heute die Regierung auf Empfehlung von dem Kabuler US-Botschafter Khalilzad konferierte, sagte vor der Sprengung der Buddha-Statuen von Bamiyan: 

" Wir sind entschlossen, unser Kulturerbe zu bewahren,  Aber wir wollen diese "Dinge" nicht schützen und das sind die Statuen. Die werden auch niemandem gegeben werden."

http://archives.cnn.com/2001/WORLD/asiapcf/central/03/05/afghanistan.statues.05/index.html