Die Suche nach einer dritten Buddha-Statue 

afghan-aid

siehe auch Symbolik und die Bedeutung der Zahlen 35 53 323 und

Buddha-Statuen von Bamiyan 

Es gab internationale Proteste, als die Taliban die zwei großen, ca. 2000 Jahren alten, in der Kuschno-Sassaniden- Dynastien (-1. bis 7. Jh. n. Chr.) errichteten Buddha-Statuen im Jahre 2001 völlig zerstörten. Aber wenige können sich vorstellten, dass eine dritte gigantische Buddha-Statue im gleichen Tal verborgen sein konnte. 

Ein afghanischer Archäologe in Frankreich vermutet, dass unter dem Boden des Bamian-Tales eine dritte große Buddha-Statue versteckt sein könnte. Professor Zemaryali Tarzi, ein an der Strasbourger Universität tätiger Dozent, widmet sich sein Leben lang der Entdeckung dieser Statue. Er geht davon aus, dass die fehlende Statue, die ungefähr 300 Meter (1,000 Fuß) lang ist, den schlafenden Buddha darstellen soll, wie es in den Berichten des chinesischen Forschers im 7. Jahrhundert beschrieben ist. 

BBC-Bild

Prof. Tarzi und sein Ausgrabungsteam nutzten die Gelegenheit - nämlich den Fall des Taliban-Regimes - und eilten in die zentralafghanische Stadt Bamiyan, um nach dieser liegenden Buddha-Statue zu graben. 

Zwar haben er und sein Team von den lokalen Feldherren eine Reihe von Bedingungen in den letzten Tagen auferlegt bekommen, darunter die, ihre Koffer und Erlaubnis einzupacken, dennoch hofft Professor Tarzi, im kommenden Jahr die Ausgrabungsgenehmigung vom afghanischen Präsidenten Hamid Karzai oder von seinem Vizepräsidenten Karim Khalili zu erhalten und dorthin zurückzukehren. 

Der afghanische Archäologe weist darauf hin, dass die dritte liegende Statue den Schlafenden Buddha symbolisiert, der im Schatten der Felsnischen verborgen ist und dem sich die beiden 53 m (bzw. Maßeinheit der damaligen Zeit) und 35 m hohen stehenden Figuren anvertrauen. 

siehe auch:

 www.afghan-aid.de/buddha.htm

Frauen in Afghanistan und die Buddha-Statuen 

Sich anlehnen bzw. anvertrauen wird allgemein als Repräsentation von Statuen bezeichnet und zeichnet den Endzustand von Buddha in seiner irdischen Existenz, bevor er ins Nirwana (Erleuchtung) eintritt. 

Falls diese liegende Statue entdeckt wird, " wird es das achte Weltwunder und damit die größte Statue in der Welt sein, " erzählte Prof. Tarzi den BBC-Nachrichten. Professor Tarzi arbeitet seit den 70er Jahren an Projekten, die anderen Buddha-Statuen von Bamian wiederherzustellen, und er hat den größten Teil seiner wissenschaftlichen Arbeit damit verbracht, die Berichte über die Existenz des fehlenden Riesen zu erforschen. 

„Ich glaube, dass die Schriften des chinesischen Gelehrten [Xuanzang] darauf hinweisen, dass sie auf der Seite der ost- oder südöstlich gelegenen kleineren Buddha-Statuen des ehemaligen Klosters liegen könnte,“ sagte er. 

Die Ausgrabung, finanziell unterstützt vom französischen Außenministerium, wird von einem französischen Expertenteam mit Spezialisten des afghanischen Kulturministeriums durchgeführt. 

Die Taliban vernichteten trotz der internationalen Verurteilung die kleinere Statue (35  m hoch ), genannt ''Shahmama''  und die größere ( 53 m  hoch), genannt ''Solsol", weil sie meinten, die „Götzen“ seien unislamisch.  "Solsol" stand in einer 58 m hohen Nische und Shahmama in einer 38 m hohen Nische. Manche behaupteten, dass die Kuschanen die Maßeinheit  nach dem  Dezimalsystem nicht kannten. Gerade der Buddhismus, der in Indien entstanden ist,  ist nach Osten und Westen verbreitet worden, u.a. auch nach Zentralasien. Metrisches System ist ein Teil des Dezimalsystem. Indische Zahlschrift kennt die Null und die ''0'' macht erst das Dezimalsystem möglich.

Die Ausgrabungsarbeit ist deshalb schwierig, da davon auszugehen ist, dass die dritte Statue aus Lehmmörtel hergestellt wurde, der seit Jahrhunderten inzwischen langsam vermodert sein dürfte. Durch die Islamisierung verringerte sich allmählich der Einfluss des Buddhismus, so dass die Mönche im Bamian-Tal versuchten, die Statue vor Zerstörung zu schützen, indem sie die Figuren mit Erde abdeckten. 

Aber Professor Tarzi ist zuversichtlich, dass er imstande ist, ausreichende Bruchstücke und einige der Fundamente für die Wiederherstellung der Statue zu finden. Anhaltspunkte betreffend ihrer Lokalisierung zu finden scheint ein unmögliches Unterfangen zu sein, da die Figuren unter Ruinen verborgen sind, die im Laufe von Jahrhunderten entstanden sind. Hinzu kommen die jüngsten Explosionen, die die Ausgrabungsarbeiten noch erschweren. 

„Es ist wie die Suche nach einem ein Wal im Ozean. Ohne Radar kann es Jahre dauern, " sagt Professor Tarzi. Er ist überzeugt, dass der Text von Xuanzang zuverlässig sei, genauso wie er die genauen Maßnahmen der zwei zerstörten Buddha-Statuen angegeben hat und durch andere Quellen belegt worden sei. Er benötigt bei seiner Suche auch die Hilfe von Beobachtern und Einheimischen. !Nichts ist sicher in der Archäologie; wir müssen die Theorien nachprüfen; da wir keine magische Fähigkeit besitzen, durch den Bruchstein hindurch zu sehen", sagt er.

 

Alte Schätze

Die zerstörten Buddha-Statuen, gemeißelt im Bergfels von Bamiyan im Herzen des Hindukusch-Gebirges waren die großen archäologischen Schätzen Asiens. Im Altertum hatte das zentralafghanische Gebiet eine strategische Bedeutung, zumal die Seidenstraße hier durchlief und ein Zentrum des Handels sich hier befand. Hier kreuzten sich die Handelskarawanen zwischen dem römischen Reich und Indochina und sowie dem indischen Subkontinent. Eine Zwischenstation machten sie im Zentrum der „Kuschani a e Buzorg (Großkushanen), die vom Zoroatrismus zum Buddhismus konvertierten und die Buddha-Statuen errichteten. 

Die kulturelle, künstlerische und religiöse Hauptstadt Bamian war zudem der Wallfahrtsort, den Tausenden von Pilgern besuchten und somit auch durch ihre Opfergaben sowie durch allerlei Schenkungen auf ihrem religiösen Pfad zum wirtschaftlichen Aufschwung beitrugen.. Neben den riesigen Buddha-Statuen entstanden ca. 10.000 Meditation- und Wohnräume in den Höhlen der Felsen.