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Es gab internationale Proteste, als die Taliban
die zwei großen, ca. 2000 Jahren alten, in der Kuschno-Sassaniden-
Dynastien (-1. bis 7. Jh. n. Chr.) errichteten Buddha-Statuen im
Jahre 2001 völlig zerstörten. Aber wenige können sich
vorstellten, dass eine dritte gigantische Buddha-Statue im gleichen
Tal verborgen sein konnte.
Ein afghanischer Archäologe in Frankreich
vermutet, dass unter dem Boden des Bamian-Tales eine dritte große
Buddha-Statue versteckt sein könnte. Professor Zemaryali Tarzi, ein
an der Strasbourger Universität tätiger Dozent, widmet sich sein
Leben lang der Entdeckung dieser Statue. Er geht davon aus, dass die
fehlende Statue, die ungefähr 300 Meter (1,000 Fuß) lang ist, den
schlafenden Buddha darstellen soll, wie es in den Berichten des
chinesischen Forschers im 7. Jahrhundert beschrieben ist.

BBC-Bild
Prof. Tarzi und sein Ausgrabungsteam nutzten
die Gelegenheit - nämlich den Fall des Taliban-Regimes - und eilten
in die zentralafghanische Stadt Bamiyan, um nach dieser liegenden
Buddha-Statue zu graben.
Zwar haben er und sein Team von den lokalen
Feldherren eine Reihe von Bedingungen in den letzten Tagen auferlegt
bekommen, darunter die, ihre Koffer und Erlaubnis einzupacken,
dennoch hofft Professor Tarzi, im kommenden Jahr die
Ausgrabungsgenehmigung vom afghanischen Präsidenten Hamid Karzai
oder von seinem Vizepräsidenten Karim Khalili zu erhalten und
dorthin zurückzukehren.
Der afghanische Archäologe weist darauf hin,
dass die dritte liegende Statue den Schlafenden Buddha symbolisiert,
der im Schatten der Felsnischen verborgen ist und dem sich die
beiden 53 m (bzw. Maßeinheit der damaligen Zeit) und 35 m hohen
stehenden Figuren anvertrauen.
siehe auch:
www.afghan-aid.de/buddha.htm
Frauen
in Afghanistan und die Buddha-Statuen
Sich anlehnen bzw. anvertrauen wird allgemein
als Repräsentation von Statuen bezeichnet und zeichnet den
Endzustand von Buddha in seiner irdischen Existenz, bevor er ins
Nirwana (Erleuchtung) eintritt.
Falls diese liegende Statue entdeckt wird,
" wird es das achte Weltwunder und damit die größte Statue in
der Welt sein, " erzählte Prof. Tarzi den BBC-Nachrichten.
Professor Tarzi arbeitet seit den 70er Jahren an Projekten, die
anderen Buddha-Statuen von Bamian wiederherzustellen, und er hat den
größten Teil seiner wissenschaftlichen Arbeit damit verbracht, die
Berichte über die Existenz des fehlenden Riesen zu erforschen.
„Ich glaube, dass die Schriften des
chinesischen Gelehrten [Xuanzang] darauf hinweisen, dass sie auf der
Seite der ost- oder südöstlich gelegenen kleineren Buddha-Statuen
des ehemaligen Klosters liegen könnte,“ sagte er.
Die Ausgrabung, finanziell unterstützt vom
französischen Außenministerium, wird von einem französischen
Expertenteam mit Spezialisten des afghanischen Kulturministeriums
durchgeführt.
Die Taliban vernichteten trotz der
internationalen Verurteilung die kleineren Statuen (55 bzw. 39 Meter
– 53 bzw. 35 der damaligen Maßeinheiten - das Dezimalsystem
kannten die Kuschanen noch nicht), weil sie meinten, die „Götzen“
seien unislamisch.
Die Ausgrabungsarbeit ist deshalb schwierig, da
davon auszugehen ist, dass die dritte Statue aus Lehmmörtel
hergestellt wurde, der seit Jahrhunderten inzwischen langsam
vermodert sein dürfte. Durch die Islamisierung verringerte sich
allmählich der Einfluss des Buddhismus, so dass die Mönche im
Bamian-Tal versuchten, die Statue vor Zerstörung zu schützen,
indem sie die Figuren mit Erde abdeckten.
Aber Professor Tarzi ist zuversichtlich, dass
er imstande ist, ausreichende Bruchstücke und einige der Fundamente
für die Wiederherstellung der Statue zu finden. Anhaltspunkte
betreffend ihrer Lokalisierung zu finden scheint ein unmögliches
Unterfangen zu sein, da die Figuren unter Ruinen verborgen sind, die
im Laufe von Jahrhunderten entstanden sind. Hinzu kommen die jüngsten
Explosionen, die die Ausgrabungsarbeiten noch erschweren.
„Es ist wie die Suche nach einem ein Wal im
Ozean. Ohne Radar kann es Jahre dauern, " sagt Professor Tarzi.
Er ist überzeugt, dass der Text von Xuanzang zuverlässig sei,
genauso wie er die genauen Maßnahmen der zwei zerstörten
Buddha-Statuen angegeben hat und durch andere Quellen belegt worden
sei. Er benötigt bei seiner Suche auch die Hilfe von Beobachtern
und Einheimischen. !Nichts ist sicher in der Archäologie; wir müssen
die Theorien nachprüfen; da wir keine magische Fähigkeit besitzen,
durch den Bruchstein hindurch zu sehen", sagt er.
Alte Schätze
Die zerstörten Buddha-Statuen, gemeißelt im
Bergfels von Bamiyan im Herzen des Hindukusch-Gebirges waren die großen
archäologischen Schätzen Asiens. Im Altertum hatte das
zentralafghanische Gebiet eine strategische Bedeutung, zumal die
Seidenstraße hier durchlief und ein Zentrum des Handels sich hier
befand. Hier kreuzten sich die Handelskarawanen zwischen dem römischen
Reich und Indochina und sowie dem indischen Subkontinent. Eine
Zwischenstation machten sie im Zentrum der „Kuschani a e Buzorg (Großkushanen),
die vom Zoroatrismus zum Buddhismus konvertierten und die
Buddha-Statuen errichteten.
Die kulturelle, künstlerische und religiöse
Hauptstadt Bamian war zudem der Wallfahrtsort, den Tausenden von
Pilgern besuchten und somit auch durch ihre Opfergaben sowie durch
allerlei Schenkungen auf ihrem religiösen Pfad zum wirtschaftlichen
Aufschwung beitrugen.. Neben den riesigen Buddha-Statuen entstanden
ca. 10.000 Meditation- und Wohnräume in den Höhlen der Felsen.
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