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Die Buddha-Statuen von Bamian

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Bamian-Buddha-Bilder

Symbolik und die Bedeutung der Zahlen 323, 53, 35 und 8

Legende von den Buddha-Statuen

Zum Jahrestag der Zerstörung der Skulpturen 

 

Mittlerweile sind die 1600 bis 1700 Jahre alten, von der UNESCO als Weltkulturerbe erklärten, von der arabischen Durchquerung im 8. Jahrhundert verschonten und von dem Taliban-Regime im März 2001 gesprengten Buddha Statuen in der Stadt Bamian (andere Schreibweise Bamyan) zum Symbol der Freiheit der afghanischen Völker geworden.

Bamian  liegt im Nordwest der Provinz Kabul auf einer Höhe von ca 3.000 m. Sie ist die heutige Hauptstadt der Provinz Bamian. Das Felskloster in Bamian entstand  etwa ab dem 3. Jahrhundert n.C. in der Kuschanen-Dynastie. In "Ariana", so wurde das heutige Gebiet Afghanistans in der Antike genannt, duldeten auch die Kuschanen von  (1.-7. Jhd. n.C.)  die verschiedenen bestehenden Religionen wie der Zoroastrismus (Lehre von Zarathustra bzw. Parsismus), die griechisch-baktrischen Götter (250-120 v. C),  und Brahmanismus samt die hinduistischen Götter. Highlight dieser griechisch-buddhistischen Kunstwerke der Kuschanen waren die großen stehenden Buddha Statuen. Bamian war in jener Zeit das Zentrum des Buddhismus und begann in Khorassan (Gebiete von heutiger Afghanistan und Iran - heute ein Provinz von Iran) allmählich im 9. bis11. Jahrhundert völlig zu erloschen, insbesondere in der Herrschaftszeit von Mahmud der Große (Mahmud von Ghazni). 

In dem Höhlenkomplex sind Wohn- und Beträume, die ebenfalls wie die Statuen gemeißelt, hausten über 3000 Priester und Mönchen. Das Kloster besaß  ein eigenes systematisch entwickeltes Kanalisationssystem zur Wasser- und Abwasserversorgung. Die kleinen Seen auf den Bergfelsen sollen als Wasserspeicher gedient haben. Dank der verstärkten Schneefällen und des entwickelten Bewässerungssystems in der Landwirtschaft war die Stadt und ihre Umgebung fruchtbar. Hier liegen noch die Ruinen der Stadt Zohak, einer blühenden Stadt Zentralasiens,  für deren Einnahme selbst Dschingis Khan lange Zeit benötigte. Die Bewohner der Stadt Zohak konnten aufgrund des unterirdischen gelegten Wasser- und Kanalisationssystems lange Zeit gegen seine Truppen Widerstand leisten, bis ihr System entdeckt und  ihre Wasserversorgung abgeschnitten wurde. Die völlig zerstörte Stadt Zohak benannten sie "Schahre Gholghola" (heulende Stadt) um. 

Unweit dieser Stadt befinden sich die verschiedenen farbenprächtigen Terrassenseen von Bande Amir.( www.afghanistan-seiten.de ) Jeder dieser Seen hat seinen eigenen Namen. Auch in  den fünfziger, sechziger und siebziger Jahren boomte hier der Tourismus, dessen Höhepunkt  in den sechziger Jahren lag, als die damalige neue europäische und amerikanische Generation die unberührte Natur in Afghanistan entdeckte. 

 

Über die Bedeutung der Zahlen 323, 53, 35 und 8

Als ich im März 2001 die Rabia Balkhi Mädchenschule in Peshawar besuchte, waren die Lehrer und die Schülerinnen dieser Einrichtung von der Zerstörung der Figuren sehr betroffen. In der Klasse 12 dieser Schule sprachen sie über die Buddha-Statuen und die Bedeutung dieser Skulpturen für die Gleichberechtigung der Frau. 

Eine Schülerin interpretiert die Bedeutung der Buddha Statuen von Bamian für die Gleichberechtigung der Frau und Gleichwertigkeit aller Menschen.

Die Höhe der Buddha-Statue als Mann war 53 m* hoch. Die Quersumme ist 5 + 3 = 8. Buddha als Frau war 35 m hoch, also die Umkehrung des Mannes. Die Quersumme ist  3 + 5 = 8 und Buddha als Kind  war 8 m hoch, entstanden aus 5 (vom Mann) +  3 (von der Frau) oder  3 (von Mann) +  5 (von der Frau), bzw. aus der Quersumme der Höhe beider Statuen.

Nach Berichten wird eine liegende Buddha-Statue mit 323 m von den Franzosen in Bamyan-Tal vermutet, wie in einer Ausgabe vom S p i e g e l zu lesen war.

Rechnet man die Quersumme auch dieser Zahlen, so ergeben sie ebenfalls eine Quersumme von 8 als Wert. Sollte die Vermutung der französischen Forscher sich bestätigen, dann sollte diese 323 m lange Statue die Großeltern symbolisieren.

Die Entfernung zwischen den beiden Figuren beträgt ca. 800 m. Zwischen den beiden kleinen Statuen, die die Kinder darstellen sollten, betragen die Entfernungen ein Viertel. Das Felsenkloster ist insgesamt über 1000 m lang.  Darin befanden sich  zwischen 8000 - 10 000 Skulpturen und kleinen Statuen und beherbergte zwischen 3000 bis 5000 Mönche..

Die "vier edlen Wahrheiten" und der achtgliedrige Pfad gehören zur buddhistischen Lehre.

* Da die Kuschanen damals vor ca. 2000 Jahren kein Dezimalsystem als Maßeinheit  kannten, fallen dennoch ihre Längenmaße bzw. Höhen mit dem heutigen Dezimalsystem  überwiegend zusammen.  Die Gründe, warum die Größen der Buddha-Statuen in Bamyan bzw. Bamian verschieden angegeben werden, liegen möglicherweise in der "Foot"-Rechnung des englischsprachigen Raumes. Deshalb wird der große Buddha (von 53, 55, 58 m hoch), während die Buddha als Frau zwischen 35 bis 38 vermessen.

Buddha compared to Eiffel Tower

Excavation site in Bamiyan

 Bild BBC: http://news.bbc.co.uk/2/hi/south_asia/2239423.stm

 

 

 

Liegt möglicherweise dort eine 323 m lange Buddha-Statue als Symbol der Ahnen, wie Prof. Tarzi eine 1000 Fuß große schlafende Buddha vermutet?

Siehe auch buddha-300

www.afghan-aid.de/frauen.htm

 

Einige Daten und Fakten:

Auch in der 8. Klasse dieses Instituts erzählte eine Schülerin eine Legende über die Entstehung der Buddha-Statuen. Ich bat sie, diese Geschichte ins Englische zu übertragen. Sie tat das und überreichte sie mir.

Legende von den Buddha-Statuen

Englisch:

The idols of Bamian

People have said many stories and legends about the idols. Once upon a time, Bamian City was the most beautifiul city in Afghanistan. Once two giant beasts surrounded this city. There was a giant tiger which ate people and a dragon which ate the prettiest girls. The people were sad. Once the king of this city named "Salsal" who was very brave and strong, went to a party. There he fall in love with a beautiful girl. He told her to marry him. She had a condition: to kill the tiger and the dragon. He accepted the condition. He killed the tiger. When he decided to kill the dragon it was forbidden by the old men of Bamian. However, the king didn`t pay attention to any of them. Finally he killed the dragon, too. He got married to the girl. Their marriage ceremony was celebrated on the Bamian`s hill. When the celebration has ended the people came to see their king and queen (named "Shahmama"), but they were both changed to stones. Then, sorrow and grief surrounded the people. They loved their king so much. So they built that three idols in that hill. So this legend is transferred from generation to generation among the people of Bamian.

Deutsch:

Die Statuen von Bamian

Über die Bamian Statuen existieren viele Märchen und Legenden. Eine davon ist die folgende:

Bamian war eine schöne Stadt. Vor langer Zeit lebten dort zwei Bestien. Ein großer Tiger fraß die Bevölkerung und ein Drache verlangte  Jungfrauen als Opfergabe. Der König hieß Salsal. Salsal war ein gerechter und mutiger König. Auf einem Empfang verliebte er sich in eine junge Frau. Er wollte sie heiraten. Sie stellte aber eine Bedingung: der König möge die beiden vernichten. Er  nahm diese Bedingung an. Er tötete den Tiger. Ein Orakel besagte aber, dass derjenige, der die Drache tötet, hart bestraft wird. Deshalb rieten die Ältesten dem König ab, den Drachen zu töten. Der König aber hörte nicht auf den Ältestenrat und tötete den Drachen trotzdem.

Die Bevölkerung feierte die Hochzeit des königlichen Brautpaars. Als die Hochzeit Zeremonie endete, kamen die Einwohner, um ihren König und ihre Königin (Shahmama) zu besuchen. Aber sie fanden die beiden versteinert vor. Trauer und Schmerz ergriffen das Volk. Und so meißelten sie als Denkmal die drei Statuen von Bamian in die Felsen.

Diese Legende wird von den Menschen in Bamian von Generation zu Generation überliefert.

 

 

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