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Der Tod wird mit Trauer und Zeremonie begangen. Die
Trauerfeierlichkeit dauert drei Tage. Dabei geben die
Angehörigen viel Geld aus, um die Trauergäste zu bewirten, die mehrere Tage
dem Trauerhaus beistehen. Frauen weinen. Redegewandte Frauen tragen die
Eigenschaften des Toten vor. Bis zum vierzigsten Tag wird jeder Donnerstagabend
oder am Morgen des Freitages werden Khatm zelebriert.
Der Leichnam sollte möglichst binnen 24 Stunden
beerdigt sein. Bei Afghanen mit hinduistischer Glaube werden die Toten
eingeäschert. Die Verbrennungsstätte der Hindus liegen außerhalb der Städten
und Dörfern. Die Leiche bekommt nach gründlicher Waschung ein weißes
Totentuch (Kafan). Im Hof wird ein Zelt aufgestellt, indem der Leichnam
übernacht in Tschar Pa ie (ähnlich wie ein Bett) aufgebahrt wird.
Männer und männliche Heranwachsende tragen den Leichnam zum Grabe.
Unterwegs tragen für kurze Momente die Passante, die die Toten nicht einmal
kennen. Somit bekunden sie ihren Ehrfurcht vor dem Toten. Kinder und
Jugendlichen am Straßenrand decken sie ihren Kopf mit einem Hut oder mit einer
Hand ab. (In Europa nimmt man den Hut ab). Frauen und Kleinkinder verabschieden
sich von dem Toten. Eine ältere Frau begleitet die Familienangehörigen
insbesondere die Kinder bei Dast schui (Händewaschen = die Hoffnung
verlieren, aufgeben).
Mullah und Qaris* vollziehen mehrmals Khatem**.
Fladenbrot und Süßspeisen werden unter Olos (Dorfgemeinschaft)
verteilt. Bis zum vierzigsten Tag wird jeden Freitag Andacht mit Khatem
zelebriert. Hier werden eingeladene Gäste mit Mullah und Qaris
bewirtet.
Am 40. Tag wird des
Toten mit einer erneuten Trauerzeremonie und Khatem gedacht. Danach wird jedes weiteres Jahr an den Toten erinnert, auch mit einem
Trauerfeier und Chatem.
* Qari (Leser des Korans)
Der Taleb (Lehrling, Student) ist nach der Ausbildung Qari bzw.
Mullah.
** Khatem = wörtl. Vollendung
Khatem bedeutet gemeinsame Lesung bzw. Vortrag des Korans von Anbeginn
bis zum Schlußende, wobei bei Andachten mehrmals gemeinsam der Koran gelesen
bzw. vorgetragen wird.
In
Koranschulen haben die sehgeschädigten und blinden Menschen eher eine Chance
als Taleb (Lehrling) ausgebildet werden. Nach der Ausbildung werden sie später als
Qari
bezeichnet. Ein Qari kann Koran auswendig vortragen. Mehrere Qris werden bei Trauerfeierlichkeiten
wegen Khatem ( das Rezitieren von allen 30 Suren des Koran innerhalb kürzester
Zeit) eingeladen. Sie konnten auch wegen ihrer Blindheit der Trauerzeremonie der Frauen
beiwohnen.
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