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„Haft Shar e Eschq“ („Sieben Städte der Liebe“) ist der
Titel einer Sendereihe, die Radio Free Europe http://www.azadiradio.org/programs/artlit/da/
regelmäßig in der Sprache Dari ausstrahlt. Hier werden Biographien
afghanischer Dichter oder jener Dichter gesendet, die auf dem Boden
des heutigen Afghanistans geboren und begraben sind oder aber hier
wirkten. Anläßlich des 530. Geburtsjahrs von Khawja Asefi Herawi führte
Khaled Nauissa durch eine Sendung, die am 23.12.2003 ausgestrahlt
wurde. Hier lesen Sie eine Zusammenfassung:
Khawja Asefi Herawi (aus Herat) wurde im Sonnenjahr 853 (1474) in
Herat geboren und lebte in der Zeit von Sultan Hossein Baeqra und
Amir Ali Scher Nawai. Am Hofe der Timoriden, wo zu dieser Zeit ca.
100 Dichter und Dichterinnen eine eigenständige literarische Schule
kreierten, die als „Hera`sche Literatur Schule“ berühmt ist.
Diese literarische Gattung bewegte sich zwischen arakischer
(persischer) Reimordnung und indischer Versform als eine neue
Richtung des Dari.
Asefsi war zwar ein Schüler des von Johann Wolfgang von Goethe
hochgeschätzten Dichters Maulana Jami und von dem Gelehrte stark
geprägt. Er ist jedoch der eigentliche Wegbereiter dieser neuen
Richtung, da Jami bekanntlich als „Vollender“ des Dari mit
arakischem Versmaß berühmt ist.
In diesem Zusammenhang ist Daud Monieri, ein an der Herater
Universität lehrender Literaturdozent, der Meinung, dass Asefi der
Wegbereiter der indischen Versform sei.
Die Dichter des Dari bzw. Farsi, die mit indischem Versmaß
schrieben, sind z.B. Amir Nasser e Kossrau e Dehlawie (1253-1325),
der 250 Jahren nach seinem Namensvetter Nasser Kossrau Balchi
geboren wurde. Diese Gattung erreichte ihren Höhepunkt in den
Werken der ebenfalls in Dehli geborenen Dichter Ustad Hassan Dehlawi (1337 n. C.) und Hakim Abdul Qader e Bedehl
Dehlawi (1720).
Asefi Herawi gehörte zu der Tradition der Ghazal-Dichter wie
Hafis und insbesondere Sá di, der ca. 100 Jahre zuvor den Menschen
in den Mittelpunkt seines literarischen Werks rückte.
Asefi schreibt in Huldigung an die Weisen von
Schiraz:
Bulbul ze schaach e
Saworw ba Gulban Pahlevi
Mechand dosch darse maqamate Mahnawi
Saqi nehad Had e Kohan Ro e Darawi
Hawraqe Gul namud Gulestan e
Mahnawi
Die Nachtigall sang auf der Zeder für den Rosengärtner (1) von
Pahlavi (2)
Gestern (2) lernten sie die Lehren aus den Stufen zur
Vollkommenheit (3)
Der Schenke legte im Nu seinen Weinpokal nieder und gelobte das
traditionelle Darawi (4)
Voll von Rosenblättern schmückte er den sinnreichen Rosengarten
(5)
1. Rosengärtner = Bibliothekar
2. Pahlavi = Pahlevi = Altpersisch bzw. Pahlevi-Dynastie
3. Gestern = in den alten Zeiten
4. Maqamate Mahnawi = Stufen zur Vollkommenheit =
Lehre des Zoroastrismus, Mystik; Mahnawi
= geistreich , ideal; auch Buch von Mawlana Jalaluddin Balchi Rumi,
5. Darawi = die Sprache und Reimordnung des Dari
6. Rosengarten: Buch von Schirazens Weisem Sá di
„Asefi Herawi gehört zu jenen Dichtern und Künstlern unseres
Landes, die leider im Iran in Vergessenheit geraten sind und nicht
so gewürdigt werden, wie es ihnen gebührt. Hierbei spielte die
kulturhegemoniale Politik eine Rolle. Asefi wählte für seine
Dichtung eine eigenständige Literaturgattung“, so der Dozent an
dem Literatur-Institut in Herat.
Lediglich Safiullah Safa, ein iranischer
Literaturwissenschaftler, bezeichnete Asefi als einen großartigen
Dichter der Gattung „Ghazal“ und verlegte seine Gedichte in
einem schmalen Band. Asefi Herawi`s Kunst ist geprägt von Omer
Khayam, was den Vierzeiler anbelangt. Von ihm sind 63 Ghazal
bekannt. Die Behauptung ist noch nicht verifiziert worden, dass
Asefi „Mathnawi“ (Doppelverse) schrieb.
„Das Institut für Literatur an der Universität von Herat
veranstaltete kürzlich ein Seminar über das Leben und Wirken des
afghanischen Dichters, an dem Wissenschaftler aus allen Teilen
unseres Landes teilnahmen. Wie in jedem Seminar der Afghanen wurde
auch hier lebhaft diskutiert. Doch wir einigten uns schließlich in
Form eines Beschlusses darauf , dass wir bald eine kritische Ausgabe
seiner Gedichtsammlung herausgeben, eine Straße und eine Schule
nach dem Meister der Sprache Farsi bzw. Dari benennen und sein
Grabmal renovieren“, gab Prof. Moniri bekannt. Er organisierte das
Kulturtreffen über Afesi in Herat mit.
Übersetzung und Zusammenfassung: Dr. Mir H. Sadri
Quelle : http://www.azadiradio.org/programs/artlit/da/
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